Lipödem

Sie leiden an schmerzhaften Armen und Beinen und an einer Umfangsvermehrung­? Durch Sport und Diäten können Sie kein Gewicht abnehmen­? Möglicherweise leiden Sie an der Erkrankung Lipödem. Zehn Prozent der weiblichen Bevölkerung sind von dieser Erkrankung betroffen. Neben konservativen Therapiemaßnahmen kann oftmals eine großvolumige Liposuktion dauerhaft die Beschwerden bessern.

Unser Spezialist Dr. Sebastian Michel berät Sie gerne bei einem persönlichen Gespräch über das Lipödem in der ACQUA Medical Aesthetics® Klinik Leipzig.

Informationen über Lipödem

Symptomatik 

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Die Erkrankung Lipödem zeichnet sich durch einen hohen Leidensdruck der Betroffenen aus und hat mitunter eine starke Einschränkung der Lebensqualität zur Folge. Bemerkbar macht sich das Lipödem durch eine schmerzhafte Volumenzunahme an den Armen und Beinen. Weitere Symptome sind eine Hämatomneigung ohne adäquate Traumata, Schweregefühl, Schwellneigung sowie Ruhe- und Berührungsschmerz. Bei Belastung kommt es zu einer raschen Ermüdung und es resultiert oftmals eine Einschränkung der Mobilität. Freigesetzte Entzündungsmediatoren können eine Verminderung des allgemeinen Wphlbefindens bewirken. 

Vorkommen 

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Betroffen sind fast ausschließlich Frauen. Oftmals wird die Erkrankung durch hormonelle Umstellungen wie Pubertät, hormonelle Kontrazeption, Schwangerschaften und die Menopause (Wechseljahre) ausgelöst. Das Lipödem kann progredient oder in Schüben verlaufen, in denen sich die Symptome deutlich verschlechtern. Zehn Prozent der weiblichen Bevölkerung sind laut Schätzungen betroffen. 

Diagnostik 

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Die Diagnose Lipödem wird anhand der Zusammenschau aller Befunde und anamnestischen Daten erhoben. Hilfreich sind neben einer klinischen Untersuchung der betroffenen Körperareale die Ultraschall-Diagnostik sowie – um den Verlauf beurteilen zu können – eine Foto- und ggf. 3D-Dokumentation. In Blutuntersuchungen lassen sich keine eindeutigen Marker für das Lipödem identifizieren. Auffälligkeiten bei den Schilddrüsenwerten sowie andere Erkrankungen wie beispielsweise ein PCO-Syndrom sollten durch die entsprechenden fachärztlichen Spezialisten behandelt werden. 

Das Lipödem wird in vier Stadien und in vier Typen eingeteilt. 


Stadien 

  • Stadium I: Das Unterhautfettgewebe ist verdickt, die Hautoberfläche ist glatt. 
  • Stadium II: Die Hautoberfläche ist unruhig bzw. es zeigen sich Dellen. 
  • Stadium III: Das Fettgewebe ist stark verhärtet und derbe. Es bestehen deformierende Haut- und Fettlappen. 
  • Stadium IV: Zu den Eigenschaften des Stadium IV gesellt sich ein Lymphstau. 


Typen 

  • Typ 1: Die Fettschichten sind im Bereich Hüften und Gesäß verbreitert. 
  • Typ 2: Die Oberschenkel und Knie sind mitbetroffen. 
  • Typ 3: Das gesamte Bein ist betroffen. 
  • Typ 4: Arme und Beine sind betroffen. 


Symptome eines Lipödems können durchaus auch an anderen Körperarealen auftreten. In der Literatur wird jedoch – aktuell – nur vom Lipödem an den Armen und Beinen gesprochen. 

Konservative Therapie 

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In frühen Stadien der Erkrankung oder wenn die Symptomatik wenig belastend ist, sollten zunächst konservative Maßnahmen durchgeführt werden. Das Tragen von Kompressionsmiedern, manuelle Lymphdrainage, Wassersport und ggf. psychosoziale Unterstützung können den Betroffenen helfen, eine OP abzuwenden oder hinauszuzögern. Dass sich ein Lipödem alleine durch eine konservative Therapie heilen lässt, ist unwahrscheinlich. Die Maßnahmen sollten über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten durchgeführt werden. Gerne beraten wir Sie in unserer Sprechstunde zu den verschiedenen Behandlungskonzepten. 

Operative Therapie (Liposuktion) 

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Bleibt eine Besserung der Beschwerden aus oder kommt es gar zu einem Fortschreiten der Erkrankung, so kann eine chirurgische Behandlung diskutiert werden. Die bisher einzig bekannte chirurgische Therapie des Lipödems ist die allschichtige Liposuktion der betroffenen Areale. Dabei saugt der Chirurg – im Gegensatz zu einer ästhetischen Operation – nicht nur die tiefen und mittleren Fettgewebsschichten ab, sondern auch die oberflächlichen. Besonders wichtig ist, dass gewebe- und lymphbahnschonend operiert wird, um Lymphabflussstörungen zu vermeiden. 

Es gibt verschiedene Techniken der Fettabsaugung: 

  • Tumeszenz-Liposuktion (TAL): die Absaugung erfolgt ausschließlich mit einem Unterdruck 
  • Laser-assistierte Liposuktion (LAL): ein Laser gibt Energie ab, durch die die Fettzellen gelöst werden 
  • Wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL): durch einen Wasserstrahl werden die Fettzellen aus dem Verbund gelöst 
  • Ultraschall-assistierte Liposuktion (UAL): Ultraschall-Energie wirkt auf die Fettzellen ein 
  • Power-assistierte Liposuktion (PAL): die Fettzellen werden mittels Vibration aus dem Verbund gelöst 


Die gängigen Methoden zur Behandlung des Lipödems sind WAL und PAL. Die Behandlung mit der Wasserstrahl-Methode hat jedoch einige nicht unwesentliche Nachteile, wie beispielsweise ein hoher Volumendurchsatz, der limitierend auf das Netto-Absaugvolumen wirken kann. Für uns hat sich deshalb die PAL-Liposuktion als die effektivste und sicherste Methode zur Behandlung des Lipödems herausgestellt.  Die Operation dauert etwa zweieinhalb Stunden und findet in Vollnarkose sowie stationär statt.

Vorteile der PAL-Liposuktion

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Da mit einem vergleichsweise geringen Infiltrationsvolumen gearbeitet wird, lässt sich das Gewebe während des Absaugvorgangs gut beurteilen und die ästhetischen und funktionellen Ergebnisse können optimiert werden. Kreislaufprobleme lassen sich durch das niedrigere Flüssigkeitsvolumen verringern. Die Methode ist lymphbahn-, gefäß- und gewebeschonend, was zur Senkung der Komplikationsrate beitragen kann. Im Aspirat einer PAL-Liposuktion zeigt sich ein hoher Fettanteil und nur ein geringer Anteil an Flüssigkeit, so dass die Methode als sehr effizient bezeichnet werden kann. Ein spezielles OP-Verfahren, das wir einsetzen, verringert die Gefahr von Dellen und Unebenheiten im Hautbild. 

Areale der Absaugung

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Neben der Liposuktion an Armen und Beinen werden regelmäßig auch der Rücken, das Gesäß, die Taille und die Flanke mitbehandelt. Zudem entstehen oftmals während oder nach der Therapie Beschwerden am Bauch, den Brüsten, dem Kinn und dem Gesicht, so dass ggf. auch hier eine Liposuktion notwendig werden kann. Hierzu berät Sie Dr. Michel gerne in der Lipödem-Sprechstunde.

Hautüberschuss nach einer großvolumigen Liposuktion 

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Nach einer Liposuktion kann es zu Hautüberschüssen und schlaffem Gewebe kommen, da die Haut nicht mehr vom Volumen des Fetts angespannt wird. Insbesondere bei höherem Alter der Patientin, schlechtem Bindegewebe und großen Absaugvolumina besteht die Gefahr, dass nach der Liposuktion störende Hautüberschüsse entstehen. Diese lassen sich jedoch gut durch eine Gewebestraffung behandeln. 

Hierzu stehen uns zwei Methoden zur Vefügung: 

  • Plasma-Straffung (z. B. mit Renuvion®) 
  • chirurgische Hautstraffung 


Bei der Plasma-Straffung wird über eine gezielte Abgabe von Hitze ins Gewebe die Kollagen-Neubildung angeregt und somit ein Straffungseffekt bewirkt. Der Vorteil der Plasma-Straffung liegt darin, dass sichtbare Narben vermieden werden können und nur geringe OP-Risiken bestehen. Sollte die Plasma-Wirkung aufgrund eines zu großen Hautüberschusses nicht ausreichen, kann mit einer chirurgischen Hautstraffung gearbeitet werden. Durch eine geschickte Schnittführung lässt die Sichtbarkeit der Narben zwar verbessern, aber nie ganz vermeiden. Der Vorteil des chirurgischen Vorgehens liegt im sehr ausgeprägten Straffungseffekt. 



Nachbehandlung 

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Die großvolumige Liposuktion bei Lipödem-Patienten erfolgt im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthaltes. Am ersten postoperativen Tag führt unser Physiotherapeut eine manuelle Lymphdrainage durch. Für den Behandlungserfolg ist es wichtig, dass die Lymphdrainage für mindestens sechs Wochen ambulant fortgeführt wird. Noch während der Operation wird ein Kompressionsmieder angelegt, das für mindestens sechs Wochen getragen werden muss. Nach zwei Wochen kann auf ein Flachstrick-Mieder Klasse 2 umgestiegen werden. Die ersten Tage nach der Operation können mit Kreislaufbeschwerden verbunden sein, weshalb die Patienten unbedingt viel elektrolytreiche Flüssigkeiten trinken sollten. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit beträgt im Durchschnitt zwei Wochen, bei körperlich stark anstrengenden oder überwiegend stehenden Tätigkeiten circa drei Wochen. Nach zwei Wochen dürfen die Patienten schwimmen gehen, andere Sportarten sind nach frühestens sechs Wochen möglich. Es ist zu beachten, dass Sportarten, bei denen Erschütterungen auftreten, erst nach frühestens zwölf Wochen erlaubt sind. 



Risiken und Komplikationen 

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Bei der PAL-Liposuktion gibt es – wie bei jeder Operation – allgemeine Risiken und mögliche Komplikationen. Neben Kreislaufproblemen und Hämatomen besteht ein geringes Infektionsrisiko. Im Falle einer Infektion wenden Sie sich bitte an uns oder einen ärztlichen Kollegen. In den meisten Fällen ist dann eine kurze Therapie mit einem oralen Antibiotikum ausreichend. Selten müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden. Ebenfalls gering ist das Thromboserisiko: Sie erhalten von uns eine Thromboseprophylaxe mit Heparin für fünf Tage. Ästhetische Probleme wie Hautunregelmäßigkeiten, Dellen oder schlaffe, überschüssige Haut können in den meisten Fällen gut behandelt werden. Hierzu stehen uns verschiedene Möglichkeiten zu Verfügung, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. 



Weitere Therapien im Rahmen einer Liposuktion 

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Neben der Lipödem-Behandlung und damit verbundenen Straffungsverfahren bieten wir ergänzende ästhetische Therapien an. Hierzu zählen beispielsweise körperformende Eingriffe wie Brustaufbau, Gesäßaugmentation („Brasilian Butt Lift“,  BBL) mit Eigenfett oder anderen Methoden. Auch die Gesichtsverjüngung und/ oder -konturierung mit Eigenfett, Fillern und/ oder PRP („Vampire Lift“) kann im Rahmen einer Liposuktion durchgeführt werden. Im Vordergrund steht für uns immer ein natürliches, harmonisches Erscheinungsbild. Welche Therapieform für Sie in Frage kommt, können wir gerne bei einem persönlichen Beratungsgespräch erörtern. 



Kostenübernahme durch die Krankenkasse und Steuer

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Gesetzliche Krankenversicherung

Gesetzlich Krankenversicherte werden durch ihre Krankenkasse (GKV) in vielen Fällen bei der Durchführung von konservativen Maßnahmen wie manueller Lymphdrainage, Kompressionsversorgung oder automatisierter Lymphdrainagegeräte (z. B. Lymphomat) unterstützt. Wir beraten Sie gerne bezüglich der Antragsstellung, denn vor jeder OP sollten konservative Maßnahmen eingeleitet werden. Auch für das OP-Ergebnis ist es wichtig, dass die konservative Nachbehandlung gesichert ist.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in den Stadien 1 und 2 nur selten die Kosten einer chirurgischen Behandlung des Lipödems. Im Stadium 3 kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Kostenübernahme erfolgen. Auch hierzu beraten wir Sie gerne. Jeder Patient, der sich in unserer Sprechstunde vorstellt, erhält einen ausführlichen Arztbrief mit Diagnose und Therapieempfehlung.

 

Private Krankenversicherung

Konservative Therapiemaßnahmen werden – entsprechend des Leistungskataloges – in vielen Fällen auch von den privaten Krankenversicherungen (PKV) übernommen. Entsprechende Verordnungen stellen wir gerne im Rahmen eines Besuchs in unserer Sprechstunde aus.

In manchen Fällen übernimmt die PKV ganz oder teilweise Behandlungskosten der chirurgischen Lipödem-Therapie. Wir unterstützen Sie gerne bei der Antragsstellung. Alle notwendigen Informationen stehen in unserem ausführlichen Arztbrief, den Sie gerne Ihrer Krankenversicherung vorlegen können.


Steuer

Medizinische Behandlungskosten können unter bestimmten Voraussetzungen in der persönlichen Steuererklärung als Sonderausgaben geltend gemacht werden, so dass Sie die Höhe Ihres zu versteuernden Einkommens senken können. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Sie eine von uns unabhängige Bestätigung der Diagnose Lipödem vorlegen können. Idealerweise lassen Sie sich ein amtsärztliches Attest (Gesundheitsamt) ausstellen. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt oder Ihrem Steuerberater.

Rechtsverbindliche Auskünfte zur steuerlichen Absetzbarkeit dürfen wir nicht erteilen.

Dr. med. S. Michel

Body Contouring Spezialist
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Spezialist Lipödem Therapie